1281 – 2021 Dirmingen ist 740 Jahre alt.

Am 28. Dezember 1281 wurde Dirmingen erstmals urkundlich erwähnt. Grund genug einmal einen Rückblick zu wagen. Was so im Jahr 1281 auf dieser Erde los war, darüber findet man auch etwas in Wikipedia. Ich wandere gerade mit meinem geistigen Auge in das Jahr 1281.

Die ersten Ansiedlungen im heutigen Dirmingen fanden sicher schon um einige Zeit früher statt. Sicherlich zog es eine, oder mehrere Familien in das grüne Tal am Zusammenfluss von Ill und Alsbach. Die Bäche waren noch nicht begradigt und hatten kurvenreiche Verläufe. In der Talaue des Illtals fanden sich saftige Wiesen, wo die neuen Siedler ihr Vieh weiden konnten. Die beiden Bäche sorgten für reichlich Wasser, dass zum Trinken, Kochen und reinigen benutzt werden konnte.

Idealerweise gab es größere Hügel, wie z.B. den Höppesbüsch, den Bräkert, den Belker, die ihre Ausrichtung nach Süden hatten und die den ganzen Tag sonnenverwöhnt waren. Gerade dem Höppesbüsch sagt man nach, dass dort einmal Wein angebaut wurde. Das wäre auch gut zu verstehen, denn der Höppesbüsch ist felsiger Natur. Von der Vohhumes aus fließt der Pfaffenteichbach, parallel zum Höppesbüsch, hinab zur Ill. Damit hat man die Weinreben mit Wasser versorgen können.

Als Baumaterial gab es genügend Holz und auch Stein. Der Begriff des ersten und zweiten Steinbruchs in der Straße Richtung Tholey kennen die älteren von uns auch heute noch. Es war also ein idealer Ort zum Wohnen. Ob die Römische Fernstraße von Augusta Treverorum (Trier) nach Argentoratum (Strasbourg) noch aktiv war, kann ich nicht sagen, aber es ist zu vermuten. Diese Straße führte von Trier über Tholey, durch Dirmingen, oder an Dirmingen vorbei, über Metz nach Straßburg.

Dirmingen wurde mit der Zeit größer und so wurde in der Dorfmitte, im 13. Jahrhundert, eine katholische Kirche errichtet. Dirmingen nahm an Bedeutung zu. Nach der Reformation wurde die Kirche in der Dorfmitte evangelisch. Die Glaubensrichtung gab zu jener Zeit der Landsherr vor. Sicherlich gab es Unmut, denn den Katholiken wurde die Kirche abgenommen und den Evangelischen übertragen. Es war in dieser Epoche keine schöne Zeit. Der 30 jährige Krieg hat vieles zerstört und die Menschen waren krank und unterernährt. Erst 1912 sollten die Katholiken eine neue Kirche auf dem Rotenberg erhalten. Diese wurde aber wiederum kurz vor Ende des 2. Weltkrieges durch einen Bombenangriff zerstört.

Der erste und zweite Weltkrieg forderte seine Opfer. Waren es im 1. Weltkrieg fast nur Soldaten an der Front z.B. in Verdun, die Ihr Leben verloren, waren es im 2. Weltkrieg auch viele Bürger in der Heimat. Mehr als 23 Bombenangriffe, sowie etliche Tieffliegerangriffe musste Dirmingen über sich ergehen lassen. Nach dem 2. Weltkrieg stand Dirmingen unter französischer Verwaltung, dann war es autonom und nach dem 31. Dezember 1956 kehrte es zurück nach Deutschland und wurde ein Bundesland der BRD.

Danach begann auch das Wirtschaftswunder im Saarland. Durch Kohle, Stahl und Handwerk gab es eine hohe Beschäftigungsrate und den Saarländern und somit auch den Dirmingern ging es immer besser. Den Rest der Geschichte erspare ich mir, denn die älteren von uns haben die Geschichte der Neuzeit mit erlebt und sie auch mitgeprägt.

Nun liebes Derminga Dörfche möchte ich Dir herzlichst zu Deinem offiziellen 740. Wiegenfest im Jahr 2021 gratulieren. Wir beide sind nun 60 Jahre gut miteinander ausgekommen. Ich wurde hier auf dem Höppesbüsch geboren und wie es aussieht werde ich Dir treu bleiben, bis ich einst die Welt verlassen werde. Du gabst mir Höhen, Du gabst mir Tiefen. Dennoch empfinde ich eine tiefe Zuneigung zu Dir. Ich habe mich hier immer zu Hause gefühlt, wenn ich auch längere Zeit nicht in Dir gewohnt habe. Meine Bindung zu Dir, habe ich nie verloren. Herzlichen Glückwunsch.

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